Öffnung für lokale Themen und neue Ideen – Die Hinterberger Zukunftswerkstatt

Was macht eine Gemeinde attraktiv und lebenswert? Welche Zukunftsperspektiven haben junge Menschen in ihrer Region? Mit welchen langfristigen sozialen Herausforderungen ist eine Gemeinde konfrontiert? Welche zukunftsweisenden Ideen und Lösungsvorschläge gibt es für diese Herausforderungen?

Diese Fragen beschäftigen viele Gemeinden in ländlichen Regionen. Aber in der Regel besteht im „Alltag“ und unter den gegebenen Rahmenbedingungen kein Platz, um sich damit zu befassen. Ebenso bleibt die Frage, wie man jüngere Menschen für die Entwicklung einer Gemeinde interessieren und dafür „ins Boot“ holen kann, oft unbeantwortet.

Diese Herausforderungen waren Ausgangspunkte für die Initiierung eines Projekts in der Gemeinde Bad Mitterndorf, das Raum für Beteiligung und für neue Ideen schafft: Die sogenannte Hinterberger Zukunftswerkstatt (das Tal dieser Gemeinde trägt diesen alten Namen), betreut und moderiert von Günther Marchner.

Nun ist eine zweijährige Arbeitsphase abgelaufen, in der sich unter der Trägerschaft der Gemeinde im Rahmen von Plenarrunden und Arbeitsgruppen insgesamt 35 Personen regelmäßig zum Austausch und zur Erarbeitung von Ideen getroffen haben.

Themen wurden auf den Tisch gelegt wie zum Beispiel Jugendarbeit, Perspektiven für junge Menschen, Lehrberufe, leistbarer Wohnraum, Andockmöglichkeiten für Rückkehrende oder Nachhaltigkeit in den Bereichen Tourismus und Landwirtschaft.

Die Zukunftswerkstatt machte in ihren ersten Runden die hohe Motivation der Teilnehmenden deutlich. Gerade die starke Beteiligung junger Frauen, ihr Interesse an der Gemeinde als langfristigen Lebensmittelpunkt und an entsprechenden Rahmenbedingungen für junge Familien und berufliche Möglichkeiten in der Region, kann sowohl als Herausforderung als auch als besondere Chance für die Gemeinde wahrgenommen werden.

Inzwischen wurden im Rahmen der Zukunftswerkstatt einige Projektideen entwickelt und auf den Weg gebracht: So zum Beispiel eine „lokale Berufsmesse“, die SchülerInnen mit Betrieben an einem Halbtag zusammenbringt, um zu zeigen, welche Lehr- und Berufsperspektiven lokal vorhanden sind. So ein „Kost-Nix-Laden“, der inzwischen von einer Gruppe von rund 15 Personen betreut wird und wöchentlich zu einem Fixtermin den Tausch von wiederverwendbaren Gütern (Kleidung, Haushaltsgeräte, Kindersachen, Bücher usw.) ermöglicht. Oder eine „Plattform Natur-Tourismus“, welche die vielen kleinen Anbieter naturorientierter Angebote (Wandern, Gesundheit, Projekte, besondere Orte) zusammenfassende vermittelt und insgesamt das Thema „Natur“ stärker positioniert. Oder eine Arbeitsgruppe, die an der Zukunftsvision für Betreuung und Wohnen älterer Menschen in den Ortsteilen der Gemeinde arbeitet.

Die Zukunftswerkstatt wird aufgrund der bisherigen Erfahrungen im Jahr 2019 fortgesetzt. Sie hat die Gemeindeverantwortlichen erkennen lassen, welchen positiven Beitrag ein geeigneter „Beteiligungsraum“ für Diskussion und Ideenentwicklung und das vorhandene Kreativpotenzial leisten kann.

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Foto: gemeinde.bad-mitterndorf.at

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